Knappe mit Haue
Die Arbeit der
Bergbauforschung Bramberg
Knappe mit Schlägel

Montanhistorische Forschung ist häufig Feldarbeit, die gerade im oberen Pinzgau unter Arbeitsbedingungen erfolgt, die denen des Mittelalters sehr ähnlich sind. Die wenigsten Stollen sind offen, von den meisten sind, soweit sie lokalisierbar sind, im besten Fall Pingen erhalten. Die Öffnung eines dieser Stollen bedeutet daher mühevolle Handarbeit mit Schaufel und Pickel. Kann das Mundloch geöffnet werden, beginnen, wie etwa beim St. Lucia Stollen im Brenntal-Revier in Mühlbach erst die großen und arbeitsintensiven Schwierigkeiten - viele Stollen stehen nicht im festen Fels, sondern durchörtern zuerst Hangschutt. Das bedeutet in den meisten Fällen, dass ein neuer Ausbau mit Zimmerung notwendig ist, dass nachrutschendes Material ausgefördert werden muss und dass auch dort, wo man auf alte Zimmerung trifft, diese erneuert werden muss, um halbwegs sicher arbeiten zu können. Dazu kommt, dass nur sehr wenige Stollen direkt mit Fahrzeugen erreichbar sind, sodass mehr oder weniger lange Anmarschwege zu Fuß zu bewältigen sind. Vor allem beim Transport von notwendigem Material wird dies zu einer Zeit- und Kraft raubenden Aufgabe.Verbruch im Lucia-Stollen 2002
Die große Zahl von Revieren im oberen Pinzgau (vom Limberg bei Zell am See bis nach Krimml) erfordert, was die Feldarbeiten unter Tage betrifft, eine Beschränkung auf einige wenige Reviere. Für den Augenblick konzentriert sich daher die Arbeit auf zwei Bereiche.
Als ein Ziel gilt die Öffnung des St. Lucia Stollens im bedeutendsten Oberpinzgauer Revier, im Brenntal bei Mühlbach. Da auf Grund der erhaltenen Grubenpläne St. Lucia Verbindung zu einer Reihe anderer Stollen dieses Reviers hat, besteht die Hoffnung, über diesen Stollen in andere Bereiche dieses weitläufigen Berggebäudes vordringen zu können. Die objektiv schwierigen Bedingungen unter Tage erlauben allerdings keine raschen Fortschritte. Als zweites Ziel gilt die weitere Dokumentation sowie Sicherung der Bodendenkmale im gesamten Bereich des Brenntals. Schließlich ist als drittes Ziel der Feldforschung die Suche nach prähistorischen Bergbauspuren im Oberpinzgau (Stimmel, Arzboden etc.) zu nennen.
Daneben sollen die Reviere am Gamskogel und auf der Achsel betreut werden, wobei v.a. in der Nähe der Achsel die Lokalisierung der Gruben im Bärnbad und am Wildloseck für die kommenden Jahre eine zusätzlichen Aufgabe bringen werden. Ober Tage gilt die Konzentration vor allem der Feldforschung im Gelände, aber auch der Dokumentation der wenigen noch vorhandenen Spuren des Bergbaus, sowie - soweit möglich - der Erhaltung dieser Spuren.
Montanhistorische Forschung bedeutet aber auch Schreibtischarbeit. Die Auswertung von in verschiedenen Archiven erhaltenen schriftlichen Quellen muss mit den Ergebnissen der Feldforschung zusammengeführt werden - ersts dann kann sich ein Bild ergeben, das zu einem besseren Verständnis der Montangeschichte des Oberpinzgaus führt.
Die BFB hat es sich zur Aufgabe gemacht, Mosaiksteine zu diesem Bild beizutragen, in der Hoffnung, dass spätere Generationen auf diesem Bild aufbauen und, wo notwendig, es auch korrigieren können. Nicht zuletzt aber versucht dieSpuren eines Röstplatzes BFB, Schönheiten unter Tage auch fotografisch zu dokumentieren.
Die Bergbauforschung Bramberg versucht aber auch, zu anderen an der Bergbaugeschichte ihrer jeweiligen Region arbeitenden Gruppen Kontakte aufzubauen und so einen Erfahrungsaustausch, aber auch eine Erweiterung des eigenen Kenntnisstandes zu erreichen. Solche Kontakte gibt es insbesondere in der näheren Umgebung (Jochberg, Neukirchen, Mühlbach am Hochkönig, Leogang), nach Tirol (Brixlegg, St. Gertraudi, Tarrenz), in den Osten Österreichs (Raxgebiet) und nach Deutschland (Hochsauerland, Harz, Rheinland, Eifel und Erzgebirge).