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Die Arbeit der Bergbauforschung Bramberg |
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Montanhistorische Forschung ist
häufig Feldarbeit, die gerade im oberen Pinzgau unter Arbeitsbedingungen
erfolgt, die denen des Mittelalters sehr ähnlich sind. Die wenigsten Stollen
sind offen, von den meisten sind, soweit sie lokalisierbar sind, im besten Fall
Pingen erhalten. Die Öffnung eines dieser Stollen bedeutet daher mühevolle
Handarbeit mit Schaufel und Pickel. Kann das Mundloch geöffnet werden,
beginnen, wie etwa beim St. Lucia Stollen im Brenntal-Revier in Mühlbach
erst die großen und arbeitsintensiven Schwierigkeiten - viele Stollen
stehen nicht im festen Fels, sondern durchörtern zuerst Hangschutt. Das bedeutet
in den meisten Fällen, dass ein neuer Ausbau mit Zimmerung notwendig ist,
dass nachrutschendes Material ausgefördert werden muss und dass auch dort,
wo man auf alte Zimmerung trifft, diese erneuert werden muss, um halbwegs sicher
arbeiten zu können. Dazu kommt, dass nur sehr wenige Stollen direkt mit
Fahrzeugen erreichbar sind, sodass mehr oder weniger lange Anmarschwege zu Fuß
zu bewältigen sind. Vor allem beim Transport von notwendigem Material wird
dies zu einer Zeit- und Kraft raubenden Aufgabe.
Die große Zahl von Revieren im oberen Pinzgau (vom Limberg bei Zell am See bis
nach Krimml) erfordert, was die Feldarbeiten unter Tage betrifft, eine Beschränkung
auf einige wenige Reviere. Für den Augenblick konzentriert sich daher die Arbeit
auf zwei Bereiche.
Als ein Ziel gilt die Öffnung des St. Lucia Stollens im bedeutendsten Oberpinzgauer
Revier, im Brenntal bei Mühlbach. Da auf Grund der erhaltenen Grubenpläne
St. Lucia Verbindung zu einer Reihe anderer Stollen dieses Reviers hat, besteht
die Hoffnung, über diesen Stollen in andere Bereiche dieses weitläufigen
Berggebäudes vordringen zu können. Die objektiv schwierigen Bedingungen
unter Tage erlauben allerdings keine raschen Fortschritte. Als zweites Ziel gilt die weitere Dokumentation sowie Sicherung der Bodendenkmale im gesamten Bereich des Brenntals.
Schließlich ist als drittes Ziel der Feldforschung die Suche nach prähistorischen Bergbauspuren im Oberpinzgau (Stimmel, Arzboden etc.) zu nennen.
Daneben sollen die Reviere am Gamskogel und auf der Achsel betreut werden, wobei
v.a. in der Nähe der Achsel die Lokalisierung der Gruben im Bärnbad und
am Wildloseck für die kommenden Jahre eine zusätzlichen Aufgabe bringen
werden. Ober Tage gilt die Konzentration vor allem der Feldforschung im Gelände,
aber auch der Dokumentation der wenigen noch vorhandenen Spuren des Bergbaus,
sowie - soweit möglich - der Erhaltung dieser Spuren.
Montanhistorische Forschung bedeutet aber auch Schreibtischarbeit. Die Auswertung
von in verschiedenen Archiven erhaltenen schriftlichen Quellen muss mit den
Ergebnissen der Feldforschung zusammengeführt werden - ersts dann kann sich
ein Bild ergeben, das zu einem besseren Verständnis der Montangeschichte
des Oberpinzgaus führt.
Die BFB hat es sich zur Aufgabe gemacht, Mosaiksteine zu diesem Bild beizutragen,
in der Hoffnung, dass spätere Generationen auf diesem Bild aufbauen und,
wo notwendig, es auch korrigieren können. Nicht zuletzt aber versucht die
BFB, Schönheiten unter Tage auch fotografisch zu dokumentieren.
Die Bergbauforschung Bramberg versucht aber auch, zu anderen an der Bergbaugeschichte
ihrer jeweiligen Region arbeitenden Gruppen Kontakte aufzubauen und so einen
Erfahrungsaustausch, aber auch eine Erweiterung des eigenen Kenntnisstandes
zu erreichen. Solche Kontakte gibt es insbesondere in der näheren Umgebung
(Jochberg, Neukirchen, Mühlbach am Hochkönig, Leogang), nach Tirol (Brixlegg, St. Gertraudi, Tarrenz), in den Osten
Österreichs (Raxgebiet) und nach Deutschland (Hochsauerland, Harz, Rheinland,
Eifel und Erzgebirge).